Gustav von Hirschheydt

Facharzt für Allgemeinmedizin

Gesundheitsthema

Gürtelrose

Wie erkennt man eine Gürtelrose?


Etwa drei bis fünf Tage bevor die typischen Hautausschläge auftreten, gibt es ein Frühstadium. Das hat aber nur unspezifische Symptome wie: leichtes Fieber, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und seltener Brennen. Zwei bis drei Tage nach dem Auftreten von Schmerzen im Bereich der später betroffenen Haut treten die charakteristischen gruppiert stehenden Knötchen auf.

Innerhalb von vierundzwanzig Stunden treten prall gefüllte Bläschen auf, die ein klares sehr infektiöses Sekret enthalten. Innerhalb der nächsten drei Tage schmelzen diese zusammen und brechen schliesslich auf. Innerhalb einer Woche trocknen sie unter Hinterlassung einer gelbbraunen Borke aus. Besonders im feuchten Stadium kann es zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion (durch Kratzen) kommen.

Was ist der Erreger?


Der Erreger der Erkrankung ist das Varizella Zoster Virus. Es wird meist schon in der Kindheit durch eine Tröpfcheninfektion übertragen und ist dann Verursacher der Windpocken. Je älter der Infizierte, desto schwerer ist der Verlauf der Ersterkrankung.

Nach überstandener Infektion nistet das Virus weiter in den Nervenknoten (Ganglien), im Rückenmark und den Hirnnerven. Es schlummert dort unter Umständen jahrzehntelang, bis es bei einem angegriffenen Immunsystem und bei bestimmten anderen Erkrankungen im Erwachsenenalter reaktiviert wird. Dann spricht man von einer Gürtelrose.

Man nimmt an, dass mehr als 80% der über 14 Jährigen bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Entsprechend hoch ist das Risiko später an einer Gürtelrose zu erkranken.

Welche Langzeitfolgen hat die Erkrankung?


Da das Virus sich nach einer Reaktivierung entlang der Nervenbahnen ausbreitet, breiten sich die Symptome und die Spätfolgen ebenfalls entlang dieser Bahnen aus. Am häufigsten sind Nervenschmerzen (Neuralgie), die vermutlich durch eine virusbedingte Schädigung der Nerven verursacht werden. Gefährlich ist ein Befall des Gesichts und der Augen. Ersteres kann zu Lähmungser-scheinungen der Gesichtsmuskulatur, letzteres zur Erblindung führen. Bei Befall des Ohres kann der Hör- und Gleichgewichtssinn geschädigt werden.

Bei besonders immungeschwächten Patienten kann es zu einem lebensbedrohlichen Befall des gesamten Nervensystems kommen. Bekannt ist auch, dass gehäuft Herzinfarkte und Schlaganfälle auftreten.

Virus

Wer ist betroffen?


Mit mehr als 300.000 Erkrankungen pro Jahr ist Gürtelrose eine häufige Erkrankung. Zu einer durchgemachten Infektion in der Kindheit treten bestimmte Risikofaktoren hinzu, die einen späteren Ausbruch begünstigen:


    ●ein geschwächtes Immunsystem (z.B. durch

        Krebs, schwere Infektion)

    ●Diabetes mellitus (Zucker)

      HIV
     ●rheumatoide Arthritis
     ●systemischer Lupus erythematodes
       chronisch entzündliche Darmerkrankungen
     ●chronisch obstruktive Lungenerkrankungen
       Asthma

      chronische Niereninsuffizienz
       Alter >59 Jahre

Wie kann man vorbeugen?


Zur Vorbeugung einer Erkrankung gibt es einen Totimpfstoff, der von der Ständigen Impfkommission als Standardimpfung ab 60 Jahren empfohlen wird. Patienten mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko wird er schon ab 50 Jahren empfohlen. Für die Grundimmunisierung sind zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erforderlich. Die Impfung ist für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen kostenlos.

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