Gustav von Hirschheydt

Facharzt für Allgemeinmedizin

Gesundheitsthema

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Insulin ist das Regelungshormon des Zuckerstoffwechsels



Der Diabetes mellitus ist eine häufige Erkrankung des Zuckerstoffwechsels, deren Ursachen aber ganz verschieden sein können. Die Hauptsymptome sind ein erhöhter Glucosegehalt des Blutes und die Ausscheidug von Glucose im Harn. Dieses Symptom, der „honigsüße Durchfluss“ gab der Krankheit ihren Namen.

Durch dieses in der Bauchspeicheldrüse in den Langerhansschen Zellen gebildete Hormon wird die Glukoseaufnahme in die Zellen erhöht und der Aufbau eines Zuckerspeichers in Form von Glykogen in der Leber reguliert. Über diesen Regelmechanismus bleibt der Zuckerspiegel in engen Grenzen konstant sowohl während als auch zwischen den Mahlzeiten. Glukose ist der zentrale Energieträger, das „Benzin“ des Körpers. 

Bei Diabetikern wird entweder zu wenig Insulin ausgeschüttet oder die Rezeptoren in den Zellen verlieren ihre Empfindlichkeit für Insulin als Botenstoff (Insulinresistenz). Als Folge wird nicht mehr ausreichend Zucker in die Zellen transportiert und in der Leber kein Glykogen mehr gespeichert.

Der Blutzuckerspiegel steigt kontinuierlich an. Beim Überschreiten einer gewissen Schwelle können die Nieren die Glukose nicht mehr im Blut zurückhalten. Sie wird mit dem Harn ausgeschienden.

Typ-1-Diabetes


Ist vorwiegend eine Erkrankung junger Menschen. Sowohl genetische Ursachen als auch Umwelteinflüsse können die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse dauerhaft schädigen. Zu letzteren gehören unter anderem Viruserkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Vitamin-D-Mangel und Bakteriengifte.

Die Symptome sind eindrücklich: rasche Gewichtsabnahme, Erbrechen, Sehstörung, unstillbares Durstgefühl.


Typ-2-Diabetes


Ist eine Erkrankung vorwiegend älterer Menschen. Die Empfindlichkeit der Zellen für das Hormon Insulin ist herabgesetzt und kann nur für eine begrenzte Zeit durch eine erhöhte Insulinproduktion kompensiert werden. Schliesslich ist die Empfindlichkeit der Zellen soweit herabgesetzt, dass wegen der ausbleibenden Glukoseaufnahme in die Zellen der Blutzuckergehalt stark ansteigt. 

Ursache dieser sogenannten Insulinresistenz ist neben genetischen Faktoren besonders das Übergewicht. Tückisch an dieser häufigsten Diabetesform ist, dass sie lange keine Symptome macht. Daher wird die Erkrankung oft erst spät erkannt und behandelt. Deshalb ist ein Früherkennung auch so wichtg.

Langzeitfolgen des unbehandelten Typ-2-Diabetes


So wenig eindrücklich die Symptome des Diabetes-Typ-2 sind, um so schwerwiegender sind die Langzeitfolgen:

-Erblindung durch Schädigung der kleinen Gefäße in den Augen

-Schaufensterkrankheit mit „Verstopfung“ der Gefäße

-Schädigung der Nerven mit verminderter Sensibilität

-schlecht heilende Wunden am Fuß, sogenannter Diabetischer Fuß

-Nierenschädigung und erhöhter Blutdruck

-Zahnfleischentzündung

Diagnose und Therapie


Neben der Messung von Glucose im Harn, die mittels Teststreifen einfach durchgeführt wird, sind bestimmte Blutuntersuchungen notwendig. Diese müssen zur Gewährleistung einer optimalen Therapie regelmäßig wiederholt werden. Während bei Typ-1-Diabetikern das fehlende Insulin durch Injektionen grundsätzlich ersetzt werden muss, ist das bei den älteren Typ-2-Diabetikern nicht immer zwingend erforderlich. Manchmal reicht eine Umstellung der Ernährung und Gewichtsreduktion schon aus. Daneben stehen einige Medikamente zum Einnehmen zur Verfüung und natürlich auch Insulin zur Injektion. Welche Therapie in Frage kommt, muss in jeden einzelnen Fall immer wieder geprüft werden. 

Je besser eine optimale Einstellung des Blutzuckers gelingt, desto eher lassen sich irreversible Folgeschäden vermeiden.

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